| Ernährungstipp des Monats von Sophie Frei |
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Tipp Nr.
4
[März 2007]
Dosen- und Tiefkühlgemüse
Wie gesund ist eigentlich Dosen- und Tiefkühlgemüse? Wie bereitet man frisches Gemüse zu, damit möglichst wenige Nährstoffe verloren gehen? Was ist mit dem Schälen von Obst und Gemüse?
Grundsätzlich: Einkauf, Lagerung und Zubereitung – all das beeinflusst die Qualität und den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln!
Beim Einkaufen...
... wenn möglich frisches Obst und Gemüse je nach Saison kaufen, siehe dazu die
Angaben im Saisonkalender unter
www.was-wir-essen.de. Regionale Produkte bevorzugen: Gemüse und Obst aus der
Region kann voll ausreifen, da es nur kurze Transportwege zu überstehen und
nicht vorzeitig in unreifem Zustand geerntet werden muss. Ausgereiftes Obst und
Gemüse schmeckt besser und weist einen höheren Nährstoffgehalt auf.
Und was ist mit Gemüse aus der Tiefkühltruhe und aus der Konservendose?
Tiefkühlgemüse hat zum Teil sogar einen höheren Nährstoffgehalt als frisches Obst und Gemüse! (siehe dazu auch den Ernährungstipp Januar 2007!)
Obst und Gemüse in Dosen oder
Gläsern werden durch Konservierungsmethoden länger haltbar gemacht. Besonders
weit verbreitet sind die Vollkonserven, die durch Sterilisation (einmaliges
Erhitzen auf ca. 120 Grad Celcius) keimfrei gemacht und in luftdicht
schließenden Gläsern oder Dosen verpackt werden. Durch das Konservieren kommt es
zu Veränderungen von Farbe, Konsistenz und Geschmack. Vielen Konserven werden
zudem Kochsalz oder Zucker sowie Lebensmittelzusatzstoffe, wie z.B. Aroma-,
Farbstoffe, Geschmacksverstärker in ziemlich großen Mengen zugesetzt. Durch die
hohen Temperaturen bei der Sterilisation gehen außerdem wertvolle Vitamine – zum
Teil bis zu 60 % der ursprünglichen Menge - verloren.
Fazit: Gemüse und Obst aus Dose und Glas ist weniger empfehlenswert!
…mit Ausnahme von: Dosentomaten!
Die Tomaten, werden vor Ort in
südlichen Ländern verarbeitet, dort bleiben sie so lange am Strauch in der Sonne
hängen bis sie rot und vollständig ausgereift sind. Nur die reifen Tomaten
werden zu Konserven verarbeitet. Diese schmecken nicht nur besser, sondern
enthalten auch mehr wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. das Lycopin.
„Sonnengereifte“ Tomaten in Dosen enthalten also mehr Lycopin als frische
Tomaten, da diese meist grün gepflückt werden und erst während des Transportes
nachreifen. Ausgenommen sind natürlich die Tomaten aus dem eigenen Garten! Für
die Tomatensauce (siehe Rezept) könnt ihr also guten Gewissens zu den gehakten
Dosentomaten greifen.
Und was ist eigentlich mit der Milch? Gibt es einen qualitativen Unterschied zwischen frischer Milch, haltbarer H- Milch und der länger haltbaren, sogenannten Extended Shelf Life Milch?
Dies sowie mehr über die
richtige Lagerung und Zubereitung, wie z.B. zum Thema Schälen und Garen von
Lebensmitteln erfahrt ihr im nächsten Ernährungstipp. Und falls auch ihr einmal
eine Frage wie Max habt, schreibt mir doch an
sophiefrei@web.de
Außerdem: Für diejenigen, die am Freiburg
Marathon teilnehmen: Optimale Regeneration nach dem Marathon: rasches
Auffüllen der Kohlenhydratspeicher!
Kochtipp des Monats
Ein winterliches Gemüse: Wirsing
Wirsing gehört wie Weiß- und Rotkohl zu den Kopfkohlarten. Wirsing liefert Vitamin C, B1, B2, Folsäure, Kalium, Calcium und Phosphor und leistet gerade im Winter einen wesentlichen Beitrag zu einer gesunden Ernährung. Passend zur Jahreszeit gewürzt, schmeckt Wirsing mit Muskat, Curry, Paprika, Thymian oder Koriander besonders gut.
Feine Wirsingrouladen
ca. 10 mittelgroße
Wirsingblätter
200 g Ricotta
100 g geriebenen Gruyère Käse oder Parmesan
1 EL Mehl
2 Eier
Salz Pfeffer, Muskat
Tomatensoße
Wirsingblätter in kochendem Salzwasser ca. 3 Minuten blanchieren, Wasser abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Abtropfen lassen und auf ein Küchentuch legen. Ricotta, Käse, Mehl und Eier verrühren und mit Salz, Pfeffer, Muskat würzen. Die Füllung auf die Kohlblätter verteilen und zu Päcken einrollen. In eine Auflaufform legen, mit Tomatensoße bedecken nach Belieben mit geriebenem Käse bestreuen. Bei 180 Grad Celcius im vorgeheizten Ofen, ca. 20 Minuten garen. En guete!
Sophie Frei
Dipl.
Oecotrophologin
Suisse Balance
sophiefrei@web.de
