| Transalpine-Run 2007 Weblog von Max Frei und Hartwig Potthin |
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Mittwoch, 5. September 2007 - 15:47 Uhr
4. und 5. Etappe
Hallo zusammen,
gestern war ich zu platt um einzutragen, Hartwig und ich lagen ca. 4h im Bett und wälzten uns hin und her, an Schlaf war nicht zu denken, zu aufgedreht, dennoch sehr, sehr, sehr müde, es war eine extreme Etappe gestern. Nach dem Start ging es relativ bald in den Schneesturm, auf dem Pass hatten wir in Schneeverwehungen ca. 30-50cm Schnee und taumelten wie auf einer Pol-Expedition dem Pass entgegen. Es stürmte, hatte Minusgrade und war schon grenzwertig - natürlich im Rückblick auch sehr spektakulär.
Dann ging es wieder s`Loch ab", allerdings tückisch, denn unter dem Schnee lagen die Felsbrocken ... es wurde einer der schönsten Momente, der Tour, die Spitzenteams rutschten alle gemeinsam den Hang hinab, verbündet rannten wir gegen den Schneesturm. Im Gegenanstieg sortierte sich das Feld, am Schluss konnte man einige Kilometer nach Scoul im Engadin hinunter rollen, das war das ideale Terrain für Hartwig und mich, im Ziel waren wir nur 35s hinter den Siegern.
Toll in Scoul zu sein, heute mittag gehts dort ins Thermalbad, sofern die Augen offen bleiben, denn wir sind sehr, sehr müde- man versteht jetzt viel genauer das, was von der tour de france so berichtet wird. Diese Strapazen, diese Reduktion auf Sport, Essen, Massage, Regeneration, Schlafen - aber dieses Schlafen ist gar nicht so einfach, ein Bierchen am Abend stellt einen wenigstens ein wenig ruhig - die Etappen fordern soviel Adrenalin, da geht das mit dem Schlafen zuweilen schwer. Aber auch sonst halten sich die Aktionen nach dem Ziel sehr im Rahmen, das Bett ist zentral - und so schade es ist, leider kann man auch selten noch Motivation aufbringen, sich den Ort an dem man sich gerade befindet anzuschauen. Alle Kraft wird dir Tag für Tag aus den Beinen und dem Geist gesaugt, stundenlange Etappen, die allmähich auch die Psyche fordern. Auch hier brauch man nun die Stärke um sich jeden Morgen aufzuraffen, sich zu mobilisieren und wieder in den Kampf mit dem Berg zu gehen und die Positionsschiebereien zu bestehen. Das Loskommen vom Sport und diesem Ereignis hier ist sehr schwierig, man hängt praktisch den ganzen Tag gedanklich drin, das ist eine prima Erholung vom Alltag und der Welt, aber manchmal eben doch auch etwas einseitig.
Heute war Bergsprint, nur mal kurz auf ca. 6 Kilometern ca.900 Höhenmeter hoch, das lief recht rund, für Hartwig war es etwas steil, aber wir sind nach wie vor "dabei" - und für morgen sagen uns die Mitstreiter: "Das ist vom Terrain her eure Etappe" - mal sehen, jetzt geht es erstmal ins Bad und dann hoffen wir alle auf bessere Wetter, der Wintereinbruch zieht nämlich zudem Kräfte.
Gruss an euch alle,
max
Montag, 3. September 2007 - 17:59 Uhr
3. Etappe
tschau z´äme,
die Etappe lief prima, es war vielleicht die härteste, aber nun ist sie geschafft und wir sind auf den zweiten Platz vorgelaufen. Nun erwarten wir den Schnee ... Wintereinbruch,.
Allmählich wächst die ganze Teilnehmerschar zusammen, man kennt sich, läuft und scherzt miteinander, trinkt im Ziel ein Bier... Wobei wir mit unseren Hotelbetten eigentlich nicht ganz die "echte" Transalpine- Variante gewählt haben. Ein echter "Transalpiner" schläft im Camp, dort lagern alle Läufer in Turnhallen, schlafen mit Isomatte und Schlafsack und quer durch den Raum hängen endlose Wäscheleinen mit Sportsachen - Woodstock in Läuferkreisen. Ein großer Campingplatz, alle schlurfen rum und liegen mehr oder weniger platt am Boden, kommen halbnackt vom Duschen oder ziehen einen Cafe zusammen. Eine tolle und sehr freundschaftliche Atmosphäre.
Das ist der eine Geist der Veranstaltung, der andere ist etwas gegensätzlich, dabei geht es eher um Marketing, Vermarktung, Sponsoring und derlei, manchmal kommt man sich fast instrumentalisiert vor - die großen Sponsoren sind an jeder Ecke angepinnt und werden stets ins rechte Bild gesetzt. Alles wird toll mit Film und Foto dokumentiert, aber man weiß schon, dass diese Bilder nicht nur für die liebe Bergläuferschar hier ist, sondern für Werbezwecke. Es stört nicht, ist nur auffällig - aber natürlich haben wir an den tollen Bildern alle auch großen Spaß und sind den Sponsoren auch dankbar, dass es diesen Transalpine Lauf gibt. Die Organisatoren geben sich sehr große Mühe, alles ist perfekt und professionell organisiert, die Wegsicherung und Markierung klappt, man hat immer einen Ansprechpartner und das Gefühl, dass das OK jeden Läufer kennt. Also trotz kritischer Sicht natürlich auch ein "Danke!", gerade an die, die uns diese Teilnahme ermöglicht haben - Das IT - Systemhaus Comnet aus Lörrach , RUNNING- das Laufmagazin und Puma.
Heute morgen ging es um 5 aus dem Näscht und um 7 schon an den Start, das schlechte Wetter war ja angekündigt. Das waren schon skurril schöne Szenen, wie die nun doch schon angeschlagenen Läufer da vor dem Start versuchten sich zu mobilisieren.
Wie es morgen weitergeht, weiß derzeit niemand, der Schnee wird uns vielleicht zum Umplanen zwingen, eigentlich stünde der Marathon auf dem Programm, aber jetzt warten wir erstmal das Abendessen ab, dort gibt es ein Briefing, Siegerehrung und die Bilder des Tages,
a bientot
max
Sonntag, 2. September 2007 - 18:34 Uhr
2. Etappe
Sonne in St. Anton, Hartwig auf der Massageliege. Wir sind im Ziel. Das war sau schön heute! Früh um sechs Uhr gab es Frühstück, um acht Uhr schon war Start. Auf der ersten Stunde lief es für uns ähnlich wie in einem Marathon, wir klemmten uns hinter zwei Läufer aus Südtirol und konnten so sehr angenehm steigen. Vor uns die Teams, die derzeit auf den Plätzen 1-3 liegen. Die Beine gingen heute noch, mal sehen wie das in den nächsten Tagen wird.
Kurz nach der Baumgrenze erreichte uns der erste Sonnenstrahl, ein wunderbarer Moment, dem landschaftlich noch einige Highlights folgten. Auf einem Gipfelgrat ging es weiter. Technisch sehr anspruchsvoll, relativ gefährliche Passagen am felsigen Abgrund –wir versuchten unsere Position einigermaßen zu halten. Zwischendurch gab es immer wieder mal ein Gel aus dem Rucksack und Wasser aus dem Bach. Nebelfetzen, blauer Himmel, angenehme Temperaturen auch in der Höhe und dazu ein wirklich wunderschönes Pfädlein, das hat richtig Spaß gemacht. Leider mussten wir dann eine Schutthalde quer hochsteigen, wir hatten den Weg etwas verloren, kurz später begann eine rasante Abfahrt, zwei Teams schlossen von hinten auf, doch bergab konnten wir noch mal reinrollen, nach St. Anton.
Die Rennsituation ist also derzeit so, dass vorne ganz klar und solide die Sieger der letzten Jahre laufen, auch dahinter ein italienisches Team, dann das Team aus USA/Kanada, ein Masterteam und da dann auch wir. Die folgenden Etappen werden hart, wir müssen schauen, ob wir uns da halten können, die Kemptener um Thomas Miksch drehen sicher noch auf.
Regeneration wird ein immer größeres Thema, nach dem Zieleinlauf genießt man zunächst die sehr nette Atmosphäre unter den Teams, allmählich wächst man zur Gruppe zusammen, trifft sich am Berg, im Ziel und abends bei der Siegerehrung, dann aber sollte man sich irgendwann überwinden, noch ein paar Minuten auslaufen, etwas dehnen – wenn möglich. Dann Sauna oder Wechselduschen, heiß-kalt, und schließlich wartet zum Glück Rolf auf uns. Natürlich freuen wir uns auch immer auf das Essen und heute Mittag auch auf einen gemütlichen Cafi in St. Anton.
Samstag, 1. September 2007 - 21:16 Uhr
1. Etappe
Sonne in St. Anton, Hartwig auf der Massageliege. Wir sind im Ziel. Das war sau schön heute! Früh um sechs Uhr gab es Frühstück, um acht Uhr schon war Start. Auf der ersten Stunde lief es für uns ähnlich wie in einem Marathon, wir klemmten uns hinter zwei Läufer aus Südtirol und konnten so sehr angenehm steigen. Vor uns die Teams, die derzeit auf den Plätzen 1-3 liegen.
Die Beine gingen heute noch, mal sehen wie das in den nächsten Tagen wird. Kurz nach der Baumgrenze erreichte uns der erste Sonnenstrahl, ein wunderbarer Moment, dem landschaftlich noch einige Highlights folgten. Auf einem Gipfelgrat ging es weiter. Technisch sehr anspruchsvoll, relativ gefährliche Passagen am felsigen Abgrund –wir versuchten unsere Position einigermaßen zu halten. Zwischendurch gab es immer wieder mal ein Gel aus dem Rucksack und Wasser aus dem Bach. Nebelfetzen, blauer Himmel, angenehme Temperaturen auch in der Höhe und dazu ein wirklich wunderschönes Pfädlein, das hat richtig Spaß gemacht. Leider mussten wir dann eine Schutthalde quer hochsteigen, wir hatten den Weg etwas verloren, kurz später begann eine rasante Abfahrt, zwei Teams schlossen von hinten auf, doch bergab konnten wir noch mal reinrollen, nach St. Anton. Die Rennsituation ist also derzeit so, dass vorne ganz klar und solide die Sieger der letzten Jahre laufen, auch dahinter ein italienisches Team, dann das Team aus USA/Kanada, ein Masterteam und da dann auch wir. Die folgenden Etappen werden hart, wir müssen schauen, ob wir uns da halten können, die Kemptener um Thomas Miksch drehen sicher noch auf.
Regeneration wird ein immer größeres Thema, nach dem Zieleinlauf genießt man zunächst die sehr nette Atmosphäre unter den Teams, allmählich wächst man zur Gruppe zusammen, trifft sich am Berg, im Ziel und abends bei der Siegerehrung, dann aber sollte man sich irgendwann überwinden, noch ein paar Minuten auslaufen, etwas dehnen – wenn möglich. Dann Sauna oder Wechselduschen, heiß-kalt, und schließlich wartet zum Glück Rolf auf uns. Natürlich freuen wir uns auch immer auf das Essen und heute Mittag auch auf einen gemütlichen Cafi in St. Anton.
Freitag, 31. August 2007 - 18:10 Uhr
Vorbesprechung
n´obe aus Obersdorf, hier sammeln sich gerade alle Läufer vor den ersten Begrüßungsreden und den Informationen für den morgigen Tag. Da gibt es Vorinformationen zu Strecke, Wetter, Profil etc. Man schaut sich an, beäugt sich, grüßt freundlich, es ist eine nette, entspannte Stimmung und alle, die schon einmal dabei waren, beschwören, wie "schön" es werden wird. Also mal sehen.
So ein Weblog ist ja etwas durchaus zu diskutierendes, und ich hätte nie gedacht, dass ich so schnell in die Lage komme etwas mir so eigentlich Fremdes zu nutzen, aber was hier in den nächsten Tagen so passieren wird, vielleicht interessiert es euch ja.
Seit unserer Ankunft heute mittag haben Hartwig und ich nur Taschen umgepackt und ausgepackt und wieder umgepackt. Es ist organisatorisch relativ aufwändig, macht aber auch Spaß. Am meisten wird dabei über unser Gepäck diskutiert, das wir mitzunehmen verpflichtet sind. Dazu gehören auch Überlebendecke, Blasenpflaster und Notrufnummern. Ich denke nicht, dass es so dramatisch werden wird, aber wer wann und wie den Rucksack trägt, das wird sicher noch dramatisch diskutiert werden zwischen Hartwig und mir.
Pasta-Party zum Ersten, viele Grüße nach Freiburg und Umgebung vom Nebelhorn in Oberstdorf.
Mittwoch, 29. August 2007 - 17:41 Uhr
Vor dem Start
Liebe Leser,
schön, dass ihr vorbeischaut - am Freitag geht es los zu unserem Lauf über die Alpen. Hartwig und ich werden allmählich nervös, aber das ist gut so, wir freuen uns.
Während des Rennens werden wir am Abend immer wieder versuchen kurz zu berichten, was so passiert ist. Derzeit hoffen wir noch auf ein wenig besseres Wetter. Trainingsmäßig geht nicht mehr viel, ein Regenerationsläufchen noch, bei dem wir nochmal durchgehen, ob wir an alles gedacht haben und dann luege mer mol...






